Antigone

 

Tragödie von Sophokles

 

Eteokles und Polyneikes, die Sonne des Oedipus, haben sich im Kampf um die siebentorige Stadt Theben gegenseitig erschlagen. Kreon, der neue Herrscher, lässt den Verteidiger Eteokles bestatten, verweigert aber dem Aggressor Polyneikes das Begräbnis. Antigone, die Schwester der beiden, setzt sich über das Gebot des Königs hinweg und bestattet ihren Bruder. Sie stellt damit ohne Rücksicht auf ihre eigene Person das göttliche Gebot gegen die vermeintlich gottlose Tyrannei. Doch auch Kreon folgt Recht und Gesetz, dem der göttlich begründeten Polis. Die Bestrafung Antigones ist für ihn unvermeidlich.

Die junge Frau Antigone und der starke Herrscher Kreon zerbrechen aneinander. Beide glauben, göttliches Recht auf ihrer Seite zu haben. Ihre unbedingte Konsequenz führt in die Katastrophe.

Sophokles´ Tragödie, im 5. Jahrhundert v.Chr. in Athen entstanden, ist in ihrer stringenten Befragung von Grundsatz, Moral und Recht heutig. Der Streit um die Vorherrschaft von privater, familiärer Bindung und Treue zu den Grundfesten eines staatlichen Konzeptes für das Zusammenleben scheint uns im 21. Jahrhundert ebenso unlösbar wie damals.

"Sophokles schrieb mit diesem Werk seine am stärksten verinnerlichte Tragödie. Die Chorlieder gehören zu den schönsten, die wir von Sophokles kennen. Aufbau, dichterische Durchformung und innerer Gehalt haben die "Antigone" seit jeher zu dem am meisten bewunderten Werk Sophokles werden lassen." (Reclams Schauspielführer)

 

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