Die Glasmenagerie

 

Amerika, Mitte der 40er Jahre: Arbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise, drohende Kriegswolken, Depression, Prohibition, großes Kino, große Gefühle ...

 

Amanda Wingfield lebt mit ihren erwachsenen Kindern Tom und Laura in einfachen Verhältnissen. Ihr Mann hat die Familie vor Jahren verlassen.Zurück blieben sein Foto und ein Grammophon. Seit Jahren ernährt Tom die Familie durch seine Arbeit in einem Lagerhaus und flieht jeden Abend vor der Tristesse seines Alltags in die Welt der Literatur und des Kinos.

Die Mutter schwärmt von ihrer Jugend und einer verlorenen Zeit, in der sie gesellschaftlich anerkannt und geachtet war.

Die Tochter Laura aber ist ganz auf ihre Sammlung zerbrechlicher Glastiere konzentriert. Diese Menagerie sonderbarer Figuren lässt sie die Realität immer wieder aufs Neue vergessen.

Als Tom eines Tages, auf Wunsch der Mutter, seinen Arbeitskollegen Jim zum Abendessen mitbringt, zerbricht eines von Lauras Glastieren und mit ihm das Gebäude aus Illusion und Hoffnung, aus Lüge und Verdrängung.

 

"Ich reiste viel herum. Die Städte glitten an mir vorüber, wie tote Blätter, bunt gefärbt ... aber von den Ästen gerissen."

Diese Sätze sind das Leitmotiv für "Die Glasmenagerie". Tennessee Williams ist für viele der US-amerikanische Dramatiker schlechthin und sein 1944 in Chicago uraufgeführtes Erstlingswerk "Die Glasmenagerie" wurde zu einem Klassiker moderner Dramatik. Es zeigt Menschen, die an gegenseitigen Abhängigkeiten zu ersticken drohen und sich aus eigener Kraft nicht befreien können. Der Autor schildert - stark autobiografisch - brutal und effektvoll die permanente Enttäuschung in einem unerfüllten Leben. Seine Bühnenfiguren teilen seine lebenslange Suche nach Trost und Geborgenheit - ein berührendes und zugleich ein rebellisches Stück.

 

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