Die bitteren Tränen der Petra von Kant

 

Die erfolgreiche Modeschöpferin Petra von Kant, eine gebildete und exzentrische Frau, die zwei Ehen hinter sich hat, lebt mit Marlene, ihrer treu ergebenen Bediensteten, in einem mondänen Appartement.

Als Petras Freundin Sidonie ihr Karin Thimm vorstellt, verliebt sich Petra in die jüngere, aus einfachen Verhältnissen stammende Schönheit. Petra nimmt Karin bei sich auf und finanziert ihr eine Laufbahn als Model.


Zwei von Männern enttäuschte Frauen beginnen eine neue Beziehung miteinander. Petra ist ehrgeizig, gebildet, sorgfältig in ihrer Sprache, sensibel und verwöhnt. Karin ist unwissend, leichtsinnig, faul und in ihrer Sprechweise unverblümt. Gegensätzliche Charaktere, die dennoch die Möglichkeit des Glücks in sich bergen, wenn beide ihre jeweilige Vergangenheit und die Außenwelt nicht zu sich herein lassen.

Auf Dauer erweist sich das als unmöglich. Die Männer sind aus der Beziehung ausgeschlossen und doch spürbar anwesend im Verhalten der Frauen. Petra und Karin spielen das alte Spiel von Besitzgier und Eifersucht, Unterdrückung und Abhängigkeit. Petra will Karin ganz für sich haben. Karin hingegen versucht, Petra auszunutzen, jedoch ihre Freiheit zu bewahren.

Marlene, Petras Bedienstete, bleibt stumme Zeugin dieses Verhältnisses. Petra nimmt ihre lautlose und treu ergebene Helferin kaum zur Kenntnis und hat nur Augen für Karin, die sie zu lieben glaubt. Für Marlenes wahrhafte Treue und Ergebenheit bleibt sie zunächst blind.

Karins Liebe wird für Petra fraglich, als sich herausstellt, dass ihre Freundin weiterhin auch mit Männern schläft. Als ihr Mann, der in Australien war, sich überraschend zurückmeldet, kehrt Karin zu ihm zurück. Petra ist verzweifelt. Allmählich aber beginnt sie zu verstehen: "Ich habe Karin gar nicht geliebt, ich habe sie nur besitzen wollen."

Das Melodram wurde 1971 in Darmstadt uraufgeführt, doch erst die Verfilmung 1972 verhalf dem Stück zum Durchbruch.

 

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